Person vor Münzen und Glühlampe

Photovoltaik-Förderung

Förderprogramme für Solaranlage, Speicher und E-Ladestation

Photovoltaik-Förderung beantragen und sparen

Solarstrom auf dem Dach produzieren, den eigenen Haushalt und vielleicht auch das E-Auto versorgen – das klingt verlockend, insbesondere mit Blick auf die steigenden Strompreise. Aber bevor man günstigen Solarstrom erzeugen kann, muss man erst einmal investieren. Um Hausbesitzern den Weg zur eigenen Photovoltaikanlage zu erleichtern, bieten Staat und Bundesländer verschiedene Förderprogramme, die den Kauf und die Installation von Solaranlagen bezuschussen.

Hier erfahren Sie, welche Förderungen es gibt und welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit Sie einen Zuschuss für Ihre Anlage bekommen.

Warum werden Solaranlagen, PV-Speicher und Wallboxen gefördert?

Die Stromerzeugung mit Photovoltaik ist umweltfreundlich und klimaschonend – darum werden Solaranlagen schon seit Jahrzehnten über die Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert. Mit der massiven Zunahme von Solaranlagen in Privathaushalten wächst aber auch die Menge des eingespeisten Solarstroms stetig an. Das belastet zum einen das öffentliche Stromnetz, zum anderen lässt es den Strompreis steigen, da die Einspeisevergütung bis 2021 von den Netzbetreibern gezahlt wurde, die die Kosten wiederum auf die Verbraucherpreise umlegten.

Mit der Novelle des EEG im Jahr 2021 wurde die Einspeisevergütung drastisch gesenkt. Gleichzeitig werden verstärkt Stromspeicher und E-Ladestationen gefördert, damit Solaranlagenbesitzer möglichst viel Solarstrom im eigenen Haushalt verbrauchen. Das senkt die Kosten für den Netzausbau und treibt die Energiewende voran.

solar sonnenuntergang

Welche Arten von Photovoltaik-Förderung gibt es?

Grundsätzlich gibt es drei Arten der Förderung:

  • Vergünstigte Kredite für die Photovoltaik-Finanzierung
  • Zuschüsse für den Kauf von Solaranlagen, Stromspeicher oder E-Ladestation
  • Vergütung für eingespeisten Solarstrom nach dem EEG

Durch die Änderungen des EEG 2021 beträgt die Umlage für eingespeisten Solarstrom im Jahr 2022 nur noch 3,723 ct/kWh. Das Einspeisen von Solarstrom ins Netz lohnt sich finanziell nicht mehr – daher ist die Einspeisevergütung als alleinige Förderung nicht mehr sinnvoll. Am meisten sparen können Hausbesitzer, wenn sie möglichst viel vom erzeugten Solarstrom selbst nutzen.

Zuschüsse für Photovoltaik durch KfW, Länder und Kommunen

Wer heute eine neue Photovoltaikanlage installiert, muss die Kosten nicht komplett selbst tragen. Sowohl der Staat als auch einige Bundesländer und einzelne Kommunen fördern Solaranlagen und Stromspeicher mit einem Zuschuss. Die Förderprogramme der Bundesländer unterscheiden sich teils deutlich in der Höhe der Zuschüsse, der Laufzeit und den jeweiligen Konditionen.

Die staatliche Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) kann deutschlandweit beantragt werden und gilt für Privatpersonen und Unternehmen. Unabhängig davon, welche Förderung Sie wählen, sollten Sie den Zuschuss beantragen, bevor der Vertrag mit dem Photovoltaik-Anbieter abgeschlossen ist.

Wer kann eine Förderung für Photovoltaik, Speicher und E-Ladestation beantragen?

Grundsätzlich können sowohl Privathaushalte als auch Unternehmen einen Antrag auf Solarförderung stellen, sofern sie die Bedingungen des jeweiligen Förderprogramms erfüllen. Wichtig ist der Zeitpunkt des Antrags: Einen Kredit oder einen Zuschuss gibt es nur, wenn ein Installationsbetrieb beauftragt wird – der Antrag auf Förderung sollte aber gestellt werden, bevor die Liefer- und Leistungsverträge mit dem Installationsbetrieb abgeschlossen sind.

Deutschlandweite Photovoltaikförderung durch die KfW

KfW 270: Zinsgünstige Kredite für erneuerbare Energien

Der Erneuerbare-Energien-Standard ist ein Förderkredit ab 1,94 % effektivem Jahreszins, der für die Installation von Solaranlagen, Stromspeichern und Wärmepumpen beantragt werden kann. Neben Photovoltaik wird der Kredit auch für Windkraft, Biogas und mehr vergeben. Der Kredit wird bei der jeweiligen Hausbank beantragt, die die Rahmenbedingungen und den Vertrag mit der KfW regelt.

Wenn Sie unsicher sind, ob Sie Anspruch auf den Förderkredit haben, können Sie den Online-Förderassistenten der KfW nutzen, um das passende Förderprogramm für Ihr Vorhaben zu finden.

KfW 441 für Wallboxen

KfW 441 ist das Nachfolge-Programm der mittlerweile beendeten Förderung KfW 440. Es bietet einen Zuschuss für E-Ladestationen für Unternehmen.

  • Was wird gefördert: Kauf, Einbau und Anschluss von E-Ladestationen mit bis zu 22 kW Ladeleistung sowie smarte Energiemanagementsysteme zur Steuerung
  • Höhe der Förderung: Bis zu 900 Euro pro Ladepunkt
  • Wer wird gefördert: Unternehmen, gemeinnützige Organisationen, kommunale Unternehmen sowie selbständig Tätige
  • Antrag stellen: Über das Antragsformular auf der Seite der KfW

Photovoltaik-Förderung nach Bundesländern

Photovoltaik-Förderung in Baden-Württemberg

Das Förderprogramm Netzdienliche Batteriespeicher, die einen Zuschuss für Photovoltaik-Stromspeicher gewährt, ist aufgrund der großen Nachfrage mittlerweile ausgeschöpft.

Ein regionales Förderprogramm bietet Stuttgart mit der Solaroffensive Stuttgart.

Baden Würtemberg
  • Was wird gefördert: Planung und Installation von Solaranlagen und Stromspeichern zur Steigerung des Eigenverbrauchs
  • Höhe der Förderung: 350 Euro/kWp für PV-Anlagen, 300 Euro/kWp für Stromspeicher
  • Wer wird gefördert: Privatpersonen, sowohl Hauseigentümer als auch Mieter (mit Einverständnis des Eigentümers)
  • Antrag stellen: Amt für Umweltschutz Stuttgart

Photovoltaik-Förderung in Bayern

Seit August 2019 bezuschusst Bayern im Rahmen des 10.000-Häuser Programms den Einbau neuer Batteriespeicher in Verbindung mit einer neuen Photovoltaikanlage.

Die für 2022 bereitgestellten Mittel waren aufgrund der massiven Nachfrage schon im Februar 2022 ausgeschöpft, sodass derzeit keine neuen Anträge mehr möglich sind.

Hausbesitzer in Bayern sollten das Förderprogramm trotzdem im Blick behalten: Möglicherweise werden 2022 weitere Fördermittel freigegeben, sodass ein Antrag auf Förderung wieder möglich wird.

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  • Was wird gefördert: Erst- oder Ergänzungsinstallation eines neuen Batteriespeichers, jeweils in Verbindung mit einer neuen PV-Anlage
  • Höhe der Förderung: 100 Euro/kWh Speicherkapazität, maximal 3.200 Euro
  • Wer wird gefördert: Eigentümer selbstgenutzter Ein- und Zweifamilienhäuser
  • Antrag stellen: Online über das Antragsportal von Energie-Atlas Bayern

Photovoltaik-Förderung in Berlin

Mit dem Förderprogramm EnergiespeicherPLUS bezuschusst Berlin die Installation neuer Photovoltaik-Stromspeicher.

Berlin Förderung
  • Was wird gefördert: Die Installation von Stromspeichern in Kombination mit einer neuen PV-Anlage
  • Höhe der Förderung: 300 Euro/kWh Speicherkapazität, maximal 15.000 Euro
  • Wer wird gefördert: Privatpersonen, Unternehmen, gemeinnützige Organisationen, Vereine sowie Berliner Bezirke
  • Antrag stellen: Online über das Antragsportal des IBB Business Team

Photovoltaik-Förderung in Brandenburg

Das Kleinspeicher-Programm zur Förderung von Stromspeichern in Verbindung mit einer Solaranlage ist ausgelaufen. Derzeit sind keine neuen Anträge möglich.

Potsdam Museum
  • Was wird gefördert: Stromspeichersysteme für Solarstrom in Eigenheimen
  • Höhe der Förderung: 30 % der zuwendungsfähigen Nettoausgaben, maximal 3.000 Euro
  • Wer wird gefördert: Privatpersonen
  • Antrag stellen: Online über das ILB-Kundenportal

Aktuell sind keine Fördermittel verfügbar – ein Antrag auf Photovoltaik-Förderung in Bremen ist derzeit nicht möglich.

Aktuell sind keine Fördermittel verfügbar – ein Antrag auf Photovoltaik-Förderung in Hamburg ist derzeit nicht möglich.

Aktuell sind keine Fördermittel verfügbar – ein Antrag auf Photovoltaik-Förderung in Hessen ist derzeit nicht möglich.

Aktuell sind keine Fördermittel verfügbar – ein Antrag auf Photovoltaik-Förderung in Mecklenburg-Vorpommern ist derzeit nicht möglich.

Photovoltaik-Förderung in Niedersachsen

Im Förderprogramm „Photovoltaik – Batteriespeicher für Privathaushalte“ sind die Fördermittel ausgeschöpft. Ein Antrag auf Photovoltaik-Förderung ist daher nicht mehr möglich.

Rathaus Hannover
  • Was wird gefördert: Installation von Photovoltaik-Batteriespeichern in Verbindung mit dem Neubau oder der Erweiterung einer bestehenden PV-Anlage
  • Höhe der Förderung: bis 40 % der zuwendungsfähigen Nettoausgaben
  • Wer wird gefördert: Privatpersonen
  • Antrag stellen: Über das Antragsformular der N-Bank

Photovoltaik-Förderung in Nordrhein-Westfalen

Das Förderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen bezuschusst Stromspeicher in Verbindung mit neuen Photovoltaikanlagen.

Aufgrund der hohen Nachfrage ist ein Antrag auf Förderung ab dem 01.April 2022 für Privatpersonen nicht mehr möglich. Den Photovoltaik-Zuschuss gibt es derzeit nur noch für Unternehmen und kommunale Unternehmen.

nordrhein-westfalen
  • Was wird gefördert: Installation eines neuen stationären elektrischen Batteriespeichers in Verbindung mit einer neu zu errichtenden Photovoltaikanlage
  • Höhe der Förderung: 100 Euro/kWh Speicherkapazität, max. 75.000 Euro pro Gebäude und Standort
  • Wer wird gefördert: Unternehmen, einschließlich Einzelunternehmer*innen und kommunale Unternehmen sowie Gemeinde- und Zweckverbände 
  • Antrag stellen: Online über das Antragsformular

Photovoltaik-Förderung in Rheinland-Pfalz

Die Mittel des „Solar-Speicher-Programms“ des Landes Rheinland-Pfalz sind erschöpft. Seit November 2021 sind keine Anträge auf Photovoltaik-Förderung möglich. Derzeit wird an einer Neuauflage des Programms gearbeitet.

rheinland-pfalz
  • Was wird gefördert: Stationäre Batteriespeicher in Verbindung mit einer neu zu errichtende Photovoltaikanlage
  • Höhe der Förderung: 100 Euro/kWh Speicherkapazität, max. 1.000 Euro pro Anlage
  • Wer wird gefördert: Privatpersonen
  • Antrag stellen: Energieagentur Rheinland-Pfalz

Aktuell sind keine Fördermittel verfügbar – ein Antrag auf Photovoltaik-Förderung im Saarland ist derzeit nicht möglich.

Photovoltaik-Förderung in Sachsen

Das Förderprogramm „Stromspeicher mit/ohne Ladestation (RL Speicher)“ der sächsischen Aufbaubank SAB wurde im Zuge der Covid-Pandemie gestoppt, da sämtliche Mittel zunächst für die Eindämmung der Pandemie eingesetzt werden. Ein Antrag auf Photovoltaik-Förderung in Sachsen ist daher derzeit nicht möglich.

Sachsen
  • Was wird gefördert: Stationäre Batteriespeicher in Verbindung mit einer neu zu errichtenden Photovoltaikanlage
  • Höhe der Förderung: 500 Euro Basisförderung plus 200 Euro/kWh Speicherkapazität, max. 50.000 Euro bzw. max. 50 % der zuwendungsfähigen Nettoausgaben
  • Wer wird gefördert: Privatpersonen
  • Antrag stellen: SAB Sachsen

Aktuell sind keine Fördermittel verfügbar – ein Antrag auf Photovoltaik-Förderung in Sachsen-Anhalt ist derzeit nicht möglich.

Aktuell sind keine Fördermittel verfügbar – ein Antrag auf Photovoltaik-Förderung in Schleswig-Holstein ist derzeit nicht möglich.

Photovoltaik-Förderung in Thüringen

Solar Invest ist ein Förderprogramm der Thüringer Aufbaubank für die Planung und Installation von Photovoltaikanlagen und Energiespeichersystemen.

Aufgrund der hohen Nachfrage sind derzeit keine neuen Anträge möglich.

Deutsches Nationaltheater in Weimar
  • Was wird gefördert: Planung und Installation von Photovoltaikanlagen in Kombination mit einem Batteriespeicher für den Eigenverbrauch, ebenso wie Warmwasserspeicher und Kältespeicher
  • Höhe der Förderung: 900 Euro/kWp bis 4 kW Speicherkapazität, 4.000 Euro für Anlagen von 5-10 kW
  • Wer wird gefördert: Privatpersonen, Vereine, KMU, Wohnungsbaugesellschaften, kommunale Unternehmen
  • Antrag stellen: Online bei der Thüringer Aufbaubank

Fazit: Es lohnt sich, die Photovoltaik-Förderprogramme im Blick zu behalten

Mit einer Förderung für Solaranlage und Speicher können Sie bares Geld sparen – wenn Sie schnell sind. Sind die Fördermittel für ein Programm erst einmal ausgeschöpft, ist kein Antrag mehr möglich – und aufgrund der hohen Nachfrage nach erneuerbaren Energien enden viele Förderprogramme vorzeitig.

Wenn Sie sich für einen Photovoltaikanlage mit Speicher und Wallbox interessieren, oder wenn Sie Ihre bestehende Anlage mit einem Batteriespeicher ergänzen möchten, sollten Sie regelmäßig die aktuellen Fördermöglichkeiten prüfen, damit Sie sofort einen Antrag stellen können. Sind keine Zuschüsse in Ihrem Bundesland verfügbar, können Sie immer noch einen günstigen Solarkredit für die Finanzierung Ihrer Anlage beantragen – die Angebote der Banken sind in der Regel zeitlich nicht begrenzt.